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Poesie

Gedicht #10: Musenanruf

MatthiasBerlin – Berg Parnass

Die Musen küssen mich 
mit ihren sanften Lippen
sachte wach. 
Sie schaffen eine Szene 
von Goldstaub und Silberpulver.

Hier ruht der Hain, dort
tanzt der Helikon
im Morgengrauen. 
Dort stolpert Apoll
leichten Schrittes
im Sonnenlicht. 

Mein Künstler, sei bereit, 
sei wachsam, werde tätig! 
Schreit über den Parnass
und lass dich berauschen.
Trink nun den Wein, 
der dich antreibt. 

So.

2 Antworten auf „Gedicht #10: Musenanruf“

die (klassische) bemühung des apollinischchen und dionysischen sujets spiegelt sich sanft wahrnehmbar: im »konzept« der musen. strophe 2, vers 1/2 lese ich metaphorisch als eine art transzendenz: sie rekurrieren auf das apollinische, aber in v2 scheinen mir anklänge des dionysischen mitzuschwingen, denn vom tanz zur ekstase ist es zuweilen nicht so weit. auch bleibt für mich offen, ob z. b. helikon symbolistisch für ‚gebirge‘ steht, oder metaphorisch eine basstuba ist, oder …

strophe 3, vers 3/4 lese ich als »übergang« (hier auch wieder transzendenz mitschwingend) zum »reich« des dionysischen.

über allem liegt aber, ebenso wahrnehmbar, eine angenehme ruhe.

grüße,
steffen

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